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Geschichte

Sonntag, 27. Juli 2008
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Auch Fulham FC findet sich unter den erfolgreichen VereinenAuch Fulham FC findet sich unter den erfolgreichen Vereinen (©Getty Images)

Der Intertoto Cup startete als Sommerwettbewerb, um das Geschäft der mitteleuropäischen Fußball-Wettbüros aufrecht zu erhalten. Er wurde vom Schweizer Ernst Thommen und dem Österreicher Karl Rappan konzipiert. Letzterer träumte von einer europäischen Liga und stritt zumindest erfolgreich für ein Turnier, an dem die nicht ganz so starken Vereine des Kontinents teilnehmen konnten.

Die Idee von Rappan
Der frühere österreichische Nationalspieler Rappan machte sich beim VfB Admira Wacker Mödling, SK Rapid Wien und FK Austria Wien einen Namen, ehe er in die Schweiz zu Servette FC und zum Grasshopper-Club wechselte. Er führte die Schweiz bis ins Viertelfinale der FIFA-Weltmeisterschaft 1954, wobei ein Sieg gegen Italien gelang.

1961 erster Intertoto Cup
Der spätere FIFA-Vizepräsident Thommen entwarf den so genannten Messe-Pokal und war auch an einem Wettbüro in der Schweiz beteiligt. Deshalb war er daran interessiert, dass das Wettgeschäft auch im Sommer weiter blühte. Trotz der anfänglichen zögerlichen Haltung der UEFA erhielt Thommen die Erlaubnis, das Turnier einzuführen. Außerhalb der UEFA-Gesetzgebung startete der Intertoto Cup im Jahre 1961.

Ajax triumphiert
Der AFC Ajax war der erste Sieger des Wettbewerbs. Nachdem er die Gruppenphase und die K.o.-Runde überstanden hatte, gewann der niederländische Traditionsverein auch das Endspiel. Der Wettbewerb wurde in diesem Modus auch über die kommenden sechs Jahre hinweg durchgeführt. Doch schon bald gab es Probleme mit den Spielterminen. Von 1967 an wurde das Format geändert. Die Gruppenphase bestand weiterhin, die K.o.-Runde wurde allerdings abgeschafft. Dies bedeutete, dass kein Gesamtsieger mehr ermittelt wurde. Somit war ein Turnier ohne Pokalsieger geboren.

Engagement der UEFA
1995 konnte sich auch die UEFA für den Wettbewerb erwärmen. Zum ersten Mal wurde der Intertoto Cup offiziell unterstützt und mit einem weiteren Anreiz versehen. Die zwei Sieger qualifizierten sich für den UEFA-Pokal. 60 Mannschaften wurden in zwölf Gruppen aufgeteilt. Die besten 16 Klubs erreichten die K.o.-Phase.

Bordeaux stürmt ins Finale
Bordeaux war einer der beiden ersten Gewinner. Anschließend führten Zinedine Zidane, Bixente Lizarazu und Christophe Dugarry den französischen Verein bis ins UEFA-Pokal-Finale gegen den FC Bayern München. Diese Partie war das 20. Europapokalspiel der Franzosen innerhalb von zehn Monaten.

Französische Dominanz

Ein dritter UEFA-Pokal-Startplatz wurde 1996 eingeführt. Zu diesem Zeitpunkt begann die Dominanz der französischen Klubs erst richtig. Wie Bordeaux gelang auch dem RC Strasbourg schon 1995 der Sprung in den UEFA-Pokal. Der gleiche Erfolg gelang EA Guingamp ein Jahr später. 1997 erreichten alle vier französischen Teilnehmer die Endspiele, und der AJ Auxerre, der SC Bastia sowie Olympique Lyonnais zogen in den UEFA-Pokal ein.

Juve triumphiert
Der Wettbewerb gewann Jahr für Jahr an Bedeutung. 1999 schrieb sich sogar der frühere UEFA-Champions-League-Sieger Juventus in die Siegerliste des Intertoto Cups ein. Dennoch litt das Turnier unter Bedenken, dass sein früher Beginn im Juni beziehungsweise Juli zu einer Formschwäche der Klubs im drauffolgenden Frühjahr führen könne.

Gutes Beispiel Schalke
Diese Kritik wurde aber spätestens in der Saison 2004/05 widerlegt. Denn mit LOSC Lille Métropole und dem FC Schalke 04 wurden zwei Vereine in ihren Ligen Zweiter, obwohl sie zu Beginn der Saison über den UEFA Intertoto Cup in den UEFA-Pokal eingezogen waren. Somit standen beide Teams sogar in der Gruppenphase der UEFA-Champions-League-Saison 2005/06.

Villarreal Dritter

Auch Villarreal CF – Intertoto-Cup-Gewinner 2003 und 2004 - ging im Schlussspurt der vergangenen Saison nicht die Puste aus. Am Ende landete der Klub auf Platz drei der Primera División und erreichte damit die beste Platzierung der Vereinsgeschichte. Außerdem standen die Spanier dadurch in der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League 2005/06. Für sie endete der Weg in der Königsklasse erst im Halbfinale gegen Arsenal FC.

Neues Format
2006 entschied man sich für ein völlig neues Format: Jede Nation konnte nur einen Teilnehmer melden, und in drei Runden konnte einer der elf ausgespielten Plätze für die zweite Qualifikationsrunde des UEFA-Pokals erreicht werden. Die Türkei, Schweiz, Zypern, Österreich, die Niederlande und Slowenien erreichten nun ihre ersten Erfolge, als sich Kayserispor, Grasshopper-Club, Ethnikos Achnas FC, SV Ried, FC Twente und NK Maribor gemeinsam mit Olympique de Marseille, AJ Auxerre, Odense BK, Hertha BSC Berlin and Newcastle United FC qualifizierten. Nur Newcastle kam im UEFA-Pokal dann unter die letzten 32 und galt damit als Sieger des UEFA Intertoto Cups. Dies konnte im Jahr darauf der Hamburger SV für sich in Anspruch nehmen, der unter die letzten 16 kam. Aalborg BK, Blackburn Rovers FC, Club Atlético de Madrid, FC Otelul Galati, FC Tobol Kostanay, Hammarby, RC Lens, SK Rapid Wien, UC Sampdoria und UD Leiria waren ebenfalls erfolgreich, was Schweden und Kasachstan zur Siegerliste hinzufügte.

Schwanengesang
Bevor es 2008 losging, gab die UEFA bekannt, dass es sich dabei um die letztmalige Austragung des Wettbewerbs handeln würde, der ab 2009/10 zugunsten einer erweiterten UEFA-Pokal-Qualifikation abgeschafft ist. Am Ende setzten sich mit Aston Villa FC, SSC Napoli, Stade Rennais FC, RC Deportivo La Coruña, SC Braga, SC Vaslui, SK Sturm Graz, Grasshopper-Club VfB Stuttgart, IF Elfsborg und Rosenborg BK elf Vereine durch, wobei mit Rosenborg erstmals eine Mannschaft aus Norwegen dabei war. Stuttgart – das gegen den FC Saturn Moskovskaya Oblast gewann – ist nun der einzige dreimalige Sieger, während Stürmer Ciprian Marica mit seinen zwei Toren beim 3:1 in der Verlängerung das letzte Tor in diesem Wettbewerb erzielte. Frankreich bleibt mit 16 Siegen durch 14 verschiedene Klubs die erfolgreichste Nation.

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Frühere Turniere

  • 2008
    Aston Villa FC, Grasshopper-Club, IF Elfsborg, RC Deportivo La Coruña, Rosenborg BK, SC Braga, SC Vaslui, SK Sturm Graz, SSC Napoli, Stade Rennais FC, VfB Stuttgart
  • 2007
    Aalborg BK, Blackburn Rovers FC, Club Atlético de Madrid, FC Otelul Galati, FC Tobol Kostanay, Hamburger SV, Hammarby, RC Lens, SK Rapid Wien, UC Sampdoria, UD Leiria
  • 2006
    AJ Auxerre, Ethnikos Achnas FC, FC Twente, Grasshopper-Club, Hertha BSC Berlin, Kayserispor, Newcastle United FC, NK Maribor, Odense BK, Olympique de Marseille, SV Ried
  • 2005
    Hamburger SV, Olympique de Marseille, RC Lens
  • 2004
    FC Schalke 04, LOSC Lille Métropole, Villarreal CF
  • 2003
    AC Perugia, FC Schalke 04, Villarreal CF
  • 2002
    Fulham FC, Málaga CF, VfB Stuttgart
  • 2001
    Aston Villa FC, ES Troyes Aube Champagne, Paris Saint-Germain FC
  • 2000
    RC Celta de Vigo, Udinese Calcio, VfB Stuttgart
  • 1999
    Juventus, Montpellier Hérault SC, West Ham United FC
  • 1998
    Bologna FC, Valencia CF, Werder Bremen
  • 1997
    AJ Auxerre, Olympique Lyonnais, SC Bastia
  • 1996
    EA Guingamp, Karlsruher SC, Silkeborg IF
  • 1995
    FC Girondins de Bordeaux, FC Wacker Innsbruck, Karlsruher SC, RC Strasbourg
UEFA Intertoto Cup