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Geschichte

Montag, 5. Mai 2008
MFK Viz-Sinara Ekaterinburg feiert den TitelgewinnMFK Viz-Sinara Ekaterinburg feiert den Titelgewinn (©sportsfile)

Jeder echte Fußballfan weiß natürlich, dass Uruguay die erste FIFA-Weltmeisterschaft 1930 zu Hause in Montevideo gewonnen hat. Doch wie viele Experten wissen, dass Hallenfußball - heute bekannt als Futsal - in exakt dem Jahr, in genau dem Land und sogar in genau derselben Stadt der ersten Weltmeisterschaft seinen Ursprung hatte?

Pioniere aus Südamerika
Ein gewisser Juan Carlos Ceriani hatte die Idee, bei Jugendturnieren Fünf gegen Fünf zu spielen. Der Grundgedanke daran war, dass man so Fußball drinnen und draußen auf Feldern, die so groß wie ein Basketballplatz waren, spielen konnte, ohne aber die Wände oder Banden zu nutzen. Schnell wurde der Futsal in Südamerika populär, vor allem in Brasilien. Einige der größten brasilianischen Fußballer wie zum Beispiel Pelé, Zico, Sócrates und Ronaldo lernten das Fußballspielen beim Futsal.

FIFA führt Futsal ein
Nachdem die FIFA Futsal 1988 als neue Disziplin anerkannt hatte, war es auch wenig überraschend, dass die Brasilianer im Januar 1989 die erste Futsal-Weltmeisterschaft in den Niederlanden gewinnen konnten. Währenddessen stieg die Popularität des Futsals auch in Europa an, und während der 90er Jahre nach dem Auseinanderbrechen der Tschechoslowakei, der Sowjetunion und Jugoslawiens beteiligten sich immer mehr Länder am Futsal. Diese Begeisterung für den Futsal in Europa wurde auch bald auf dem Platz sichtbar. Die UEFA organisierte im Januar 1996 eine Futsal-Europameisterschaft in Córdoba, Spanien, nachdem bei der dritten FIFA-Weltmeisterschaft drei europäische Mannschaften ins Halbfinale eingezogen waren. Im April 1997 kündigte das UEFA-Exekutivkomitee an, regelmäßig eine UEFA-Futsal-Europameisterschaft auszutragen.

Vereins-Futsal
Auch im Vereinsfußball in Europa ist der Futsal mittlerweile etabliert. Bevor der UEFA-Futsal-Pokal eingeführt wurde, gab es neun inoffizielle Europapokale, wobei die Sieger damals immer die Gastgeber waren und aus Spanien, Russland oder Italien kamen. MFK Dina Moskva konnte den Titel schon dreimal holen.

Titelverteidigung
In der Saison 2001/02 wurde dann erstmals der UEFA-Futsal-Pokal ausgespielt, seit dem entwickelt sich das Ereignis rapide. Im Februar 2002 wurde die Endrunde des ersten Turniers in Lissabon ausgespielt. Die Spanier von Playas de Castellón FS holten sich den Titel mit einem Finalsieg über Action 21 Charleroi. 2002/03 wurde der Sieger im April 2003 in Hin- und Rückspiel zwischen Castellón und Charleroi ausgespielt. Wieder behielten die Spanier die Oberhand.

Neue Titelträger
In der Saison 2003/04 nahmen 33 Mannschaften aus 32 Ländern teil, doch wieder sollten Spanier jubeln dürfen. Dieses Mal war es allerdings Boomerang Interviú, das sich den Pokal mit einem 7:5-Sieg nach Hin- und Rückspiel gegen SL Benfica sichern konnte. Erst 2004/05 endete die spanische Dominanz. Nach den Enttäuschungen von 2002 und 2003 durfte endlich Charleroi jubeln. Nach einem 4:3-Hinspielsieg in Belgien über MFK Dinamo Moskva ging es im Rückspiel in Moskau in die Verlängerung wo ein 6:6-Unentschieden zum 10:9-Sieg nach Hin- und Rückspiel zum Triumph reichen sollte.

Wieder Boomerang
In der Saison 2005/06 nahmen 34 Mannschaften teil, aber das Format war neu. Die beiden Zweiten der zweiten Qualifikationsrunde sollten nun im Wettbewerb bleiben und gegen die beiden jeweiligen Gruppensieger im Halbfinale spielen. Und die beiden Gruppenersten schafften es ins Finale: Boomerang und Dinamo. Dafür mussten der FC Shakhtar Donetsk beziehungsweise Kairat Almaty dran glauben. Am Ende triumphierten wieder die Spanier. Nach einem 6:3-Erfolg im Hinspiel konnten sie es sich leisten, in Moskau mit 3:4 zu verlieren.

Dinamo holt den Pott
In der Saison 2006/07 nahmen erstmals 40 Vereine am UEFA-Futsal-Pokal teil. Dafür wurde in einer Vorausscheidungsrunde und einer Hauptrunde gespielt, ehe es 16 Mannschaften in die Elite-Runde schafften, wo sich Boomerang, Dinamo, Charleroi und El Pozo Murcia FS durchsetzen konnten. Das Quartett sollte die Endrunde dann in Murcia ausspielen, also ohne Hin- und Rückspiel. Die Hausherren verloren das Halbfinale aber gegen die Landsmänner von Boomerang, zwei Tage später schlug Dinamo die Madrilenen im Endspiel mit 2:1 und holte den lang ersehnten Titel nach Russland. Murcia holte sich gegen Charleroi noch die Bronzemedaille.

Ekaterinburgs Traumdebüt
2007/08 nahmen 44 Mannschaften am Wettbewerb teil. Erstmals fehlte allerdings Charleroi, das die belgische Meisterschaft verpasst hatte. Das Format wurde nicht geändert und die vier gesetzten Mannschaften Dinamo, Murcia, Kairat und der russische Debütant MFK Viz-Sinara Ekaterinburg kamen in den Endrunde, wobei der Titelverteidiger auch Gastgeber war. Moskau holte allerdings nur Bronze, nachdem das Halbfinale gegen Murcia im Elfmeterschießen verloren wurde. Zumindest gewannen sie aber das Spiel um Platz 3 mit 5:0 gegen Kairat, das zuvor 1:4 gegen Ekaterinburg verloren hatte. Letztere, übrigens Zweiter in Russland und bis heute noch nie russischer Meister, holten den Europapokal nach einem 4:4 im Endspiel gegen Murcia im Elfmeterschießen (3:2).

Interviú wieder Champion
In der Saison 2008/2009 nahmen erneut 44 Teams teil, und einmal mehr erreichten die Top 4 der Setzliste das Finalturnier. Ekaterinburg (Gastgeber), Dinamo, Interviú (inzwischen Interviú Madrid) und Kairat. Interviú ließ Kairat beim 5:0 im Halbfinale keine Chance, Ekaterinburg begeisterte die Zuschauer mit einem knappen 2:0-Sieg gegen Dinamo, das das Spiel um Platz 3 gegen Kairat mit 0:1 verlor. Eine weitere russische Niederlage gab es im Finale, denn Interviús 5:1-Sieg sicherte den Spaniern zum dritten Mal den Titelgewinn.

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UEFA-Futsal-Pokal