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Das Jahr 2008 in den Futsal-Wettbewerben

Sonntag, 28. Dezember 2008
von Paul Saffer
Ekaterinburg durfte feiernEkaterinburg durfte feiern (©sportsfile)Fotos/WallpapersFotos/Wallpapers »

Während sich Brasilien in diesem Jahr im Futsal gegen die europäischen Spitzenationen durchsetzte, bewies der MFK Viz-Sinara Ekaterinburg dennoch, dass Eigengewächse durchaus mit südamerikanischen Stars mithalten können.

Endrunde in Moskau
Ekaterinburg hatte bis dahin noch nie die russische Liga gewonnen, schaffte aber als Vizemeister hinter Titelverteidiger MFK Dinamo Moskva den Sprung in den UEFA-Futsal-Pokal 2007/08 und qualifizierte sich sogar für das Final-Four-Turnier, an dem neben dem der Moskauer Mannschaft auch ElPozo Murcia FS aus Spanien und Kairat Almaty teilnahmen. Das zweite Final-Four-Turnier mit nur einem Austragungsort- das allererste war im Jahr zuvor in Murcia ausgetragen worden - , fand im April diesmal in Moskau statt.

Ekaterinburg überrascht
Dinamo hatte in den letzten drei Wettbewerben jeweils das Endspiel erreicht, diese Serie wurde jetzt unterbrochen, als es im Halbfinale eine Niederlage im Sechsmeter-Schießen gegen Murcia gab. Ekaterinburg lag gegen Kairat - das daraufhin im Spiel um Platz drei gegen Dinamo mit 0:5 verlor - hinten, um schließlich doch mit 4:1 zu gewinnen. Das Endspiel hatte es in sich. Viz-Sinara lief gegen Murcia im zweiten Abschnitt dreimal einem Rückstand hinterher, konnte jeweils ausgleichen, um sich nach einem 4:4 am Ende mit 3:2 im Sechsmeter-Schießen durchzusetzen. Dieses Turnier wurde live von Eurosport übertragen und erfreute sich großer Beliebtheit. Zu dieser hatten auch schon die exzellente UEFA-Futsal-Europameisterschaft 2007 in Porto beigetragen.

"Wie ein Orgasmus"
Sergey Zuev, der für Ekaterinburg drei Sechsmeter von Murcia hielt, sagte: "Das sind unglaubliche Gefühle. Erstmals in meinem Leben haben ich so etwas erlebt - es war wie ein Orgasmus." Seine Mannschaft wird im kommenden April das nächste Final-Four-Turnier austragen. Teilnehmen werden zudem Dinamo, Kairat und der zweifache Turniersieger Interviú Madrid. Dieses Quartett hatte sich im November in der Elite-Runde - sie hat ein genauso professionelles Niveau erreicht hat wie die Endrunde - durchgesetzt. Der Wettbewerb begann im August mit 45 Teilnehmern. In der kommenden Saison werden wohl auch die Türkei und Norwegen ihre Meister schicken. Die UEFA denkt über eine Änderung des Formats nach, der Dachverband will allerdings bei diesem stets wachsenden Turnier nicht allzu viele Neuerungen einführen.

Weltmeisterschaft
Als im Februar die WM-Qualifikation begann, nahmen mit Estland und Montenegro neue Namen teil. Titelverteidiger Spanien, Italien, Portugal, die Ukraine, die Tschechische Republik und Russland eroberten sich die sechs Europa zustehenden Plätze für die Endrunde in Brasilien. Die Tschechische Republik und Portugal verpassten die zweite Gruppenphase, in der dann auch die Ukraine ausschied. Im ersten Halbfinale traf Russland auf Gastgeber Brasilien, gegen den sie in der ersten Gruppenphase mit 0:7 verloren hatten. Diesmal fiel die Niederlage mit 2:4 nicht so deftig aus.

Brasilien schlägt Spanien
Im anderen Halbfinale standen sich in einer Wiederauflage des WM-Finals 2004 und des Europameisterschaftsendspiel 2007 Italien und Spanien gegenüber. Die Azzuri schieden in der letzten Sekunde durch ein Eigentor von Adriano Foglia aus. So trafen im Endspiel die bislang einzigen beiden WM-Gewinner aufeinander. Dabei gehörten 15 der 24 spanischen Spieler den spanischen Vereinen Interviú und Murcia an. Ein spätes Tor der Spanier zwang Brasilien ins Elfmeterschießen, in dem sich die Südamerikaner mit 4:3 durchsetzten. Spanien konzentrierte sich fortan auf die UEFA-Futsal-Europameisterschaft 2010, an der erstmals nun sogar zwölf Mannschaften teilnehmen. Ausgetragen werden die Titelkämpfe im Januar nächsten Jahres in Ungarn.

Neuer Wettbewerb
2008 wurde ein neuer Wettbewerb ins Leben gerufen - die UEFA-U21-Europameisterschaft, die in St. Petersburg stattfindet. Gastgeber Russland stand automatisch als Teilnehmer fest, außerdem qualifizierten sich im April Spanien, Italien, die Ukraine, Kasachstan, Slowenien, Kroatien und die Niederlande. Bei der Endrunde, die im Dezember ausgetragen wurde, setzte sich Russland im Finale gegen die Azzurini durch. Nachdem es nach 40 Minuten 2:2 gestanden hatte, ging die Partie in die Verlängerung, am Ende feierten die Gastgeber einen glücklichen 5:4-Erfolg.

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