Geschichte
Mittwoch, 13. Juli 2005Es dauerte eine Weile, ehe der Europa/Südamerika-Pokal aus der Taufe gehoben wurde, um den Europapokalsieger und den Südamerikameister gegeneinander antreten zu lassen. In der Tat wurde zunächst die Copa Libertadores, das südamerikanische Gegenstück zum Pokal der europäischen Meistervereine, etabliert, um einen Südamerikameister zu finden, der es mit seinem europäischen Pendant aufnehmen kann. Die Idee dazu kam aus Uruguay.
Schleppender Start
Die Anfänge verliefen wie in den meisten Wettbewerben ziemlich schleppend. Doch bereits der erste interkontinentale Vergleich - zwischen Uruguays Meister Peñarol und Real Madrid CF, dem damals unbestrittenen König des europäischen Vereinsfußballs - war durchaus viel versprechend. Bei der ersten Ausgabe 1960 führten Alfredo di Stefano und Ferenc Puskas Real zu einem 5:1-Sieg, nachdem das Hinspiel noch mit einem torlosen Remis geendet hatte. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Wettbewerb noch in einem Hin- und einem Rückspiel ausgetragen. Seit 1981 gab es nur noch ein einziges Endspiel, das in Tokio stattfand.
Ansammlung von Stars
Viele großartige Spieler haben in diesem Wettbewerb bereits ihre Visitenkarte abgegeben, wie etwa beim Finale 1962 Eusebio auf Seiten von SL Benfica und Pelé bei Santos. Santos gewann das Hinspiel mit 3:2, und Pelé erzielte dabei einen Doppelpack. Beim Rückspiel in Lissabon, das mit 5:2 ebenfalls an die Brasilianer ging, schaffte er sogar drei Treffer.
Rückschläge
Doch nach dem viel versprechenden Beginn geriet dieser Wettbewerb Ende der 1960er wegen überharter Spiele in die Krise. Deshalb weigerten sich in den 1970ern einige europäische Mannschaften schlicht, anzutreten. Der AFC Ajax löste diesen Trend 1971 und 1973 aus. Danach folgten Absagen des FC Bayern München (1974) und von Liverpool FC (1977). 1975 musste dieser Wettbewerb sogar ganz abgesagt werden.
Neues Format, neuer Austragungsort
Der Entschluss, diesen Wettbewerb ab 1981 in nur einem einzigen Spiel in Tokio auszutragen, hauchte dem Europa/Südamerika-Pokal neues Leben ein. In diesem Jahr holte sich Nacional aus Uruguay durch einen Sieg über Nottingham Forest FC die Trophäe. Der erste europäische Sieger in Tokio war Juventus FC, das 1985 im Elfmeterschießen gegen Argentinos Juniors gewinnen konnte.
Bayern an der Spitze
1999/2000 beendete der Club Atlético Boca Juniors eine fünfjährige Dominanz der Europäer. Damit stand es nach Titeln seit dem Umzug nach Tokio mittlerweile elf zu zehn für Südamerika. 2001 schaffte der FC Bayern München, der bereits 1977 triumphieren konnte, den Ausgleich für die Europäer. Der deutsche Rekordmeister gewann dank des Treffers von Samuel Kuffour in der Verlängerung mit 1:0 gegen Boca. Danach brachte Real Madrid Europa sogar in Führung, ehe Boca 2003 nach Elfmeterschießen gegen Milan wieder ausgleichen konnte.
Letzte Partie
Das letzte Endspiel des Europa/Südamerika-Pokals wurde am 12. Dezember 2004 ausgetragen. Dabei besiegte der FC Porto CD Once Caldas nach einem Elfmeter-Marathon. Nach regulärer Spielzeit hatte es zuvor 0:0 gestanden. Europa hatte zwar in der letzten Ausgabe sowie insgesamt nach dem Umzug nach Japan die Nase vorne, doch in allen Vergleichen gewannen die Südamerikaner mit 22:21.
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