Milan verliert Weltpokal-Finale im Elfmeterschießen
Sonntag, 14. Dezember 2003Der aktuelle Titelträger der UEFA Champions League, der AC Milan, unterlag im Europa/Südamerika-Pokal der argentinischen Mannschaft CA Boca Juniors im Elfmeterschießen mit 1:3. Nach der regulären Spielzeit und der Verlängerung hatte das jährlich stattfindende Endspiel zwischen den beiden besten Mannschaften aus Südamerika und Europa im japanischen Yokohama 1:1 gestanden.
Tomasson trifft zuerst
Mittelfeldspieler Alfredo Cascini verwandelte den entscheidenden Elfmeter für Boca, nachdem Andrea Pirlo versagt, Clarence Seedorf über die Latte und Alessandro Costacurta genau in die Arme des argentinischen Torhüters Roberto Abbondanzieri geschossen hatte. Rui Costa war der einzige Spieler, der für die Mailänder traf. Die Führung in der regulären Spielzeit für den AC Milan erzielte Jon Dahl Tomasson, die wurde jedoch umgehend von Matías Donnet ausgeglichen.
Offensive Aufstellung
Nach den Siegen in den Jahren 1969, 1989 und 1990 konnte Milan das heutige Spiel in Yokohama entspannt und selbstbewusst angehen lassen. Mit dem UEFA-Superpokal haben die Mannen von Trainer Carlo Ancelotti schon einen Pokal in dieser Saison gewonnen. Sie begannen mit Kaka hinter den Spitzen Andriy Shevchenko und Tomasson. Costacurta spielte in der zentralen Abwehr, weil Alessandro Nesta wegen einer Verletzung passen musste.
Führungstor
Wie so oft bei Spielen von derartiger Bedeutung zwischen zwei Spitzenmannschaften, die sich nicht besonders gut kennen, gab es zunächst die Abtastphase, Sicherheit hatte oberste Priorität. Die Torhüter mussten nicht ein Mal eingreifen, bis Tomasson in der 24. Minute die Führung für den AC Milan erzielte. Der dänische Nationalspieler brachte seine ganze Klasse ein, als er einen Pass von Andrea Pirlo unter dem heranstürmenden Abbondanzieri hindurchschob.
Donnet gleicht aus
Das Tor forderte Boca, Gewinner der Copa Libertadores, das ganze fünf Minuten später schon den Ausgleich erzielen konnte. Der quirlige Guillermo Schelotto bekam eine Flanke von der linken Seite von Iarley, der den Ball zu Donnet weiterleitete, und der erzielte mit dem linken Fuß den Ausgleich für die Argentinier.
Kaka verpasst knapp
Wenig geschockt machte sich Milan jetzt daran, das zweite Tor zu erzielen. Tomasson hatte den Ball eigentlich in der 31. Minute schon an Abbondanzieri verloren, doch dann kam Kaka noch mal an den Ball. Der Brasilianer tanzte Rolando Schiavi aus und setze einen wundervollen Schuss von der Ecke des Strafraumes am Keeper der Argentinier vorbei. Allerdings landete der Ball nur am Pfosten.
Tolle Parade
Die Abwehrreihen bekamen wieder die Oberhand und Chancen wurden Mangelware. Nach einer Stunde machte Paolo Maldini auf sich aufmerksam. Der glanzvolle Verteidiger verlängerte einen Kopfball von Shevchenko Richtung Boca-Tor, musste aber mit ansehen, wie Abbondanzieri aus kurzer Distanz einmal mehr sein Können unter Beweis stellte und instinktiv hielt. Wie gut wäre ihm, der das jeweilige Endspiel 1993 gegen São Paulo FC und im Jahr darauf gegen CA Vélez Sarsfield verloren hatte, ein Tor bekommen.
Hoffnungsträger Tevez
In der 72. Minute brachte Boca eine der großen Hoffnungen des südamerikanischen Fußballs, Stürmer Carlos Tevez. Der kraftvolle 19-jährige machte vor allem in der Nachspielzeit von sich reden, als er in der letzten Aktion vom Strafraumrand über das Gehäuse schoss.
Schicksalhaftes Elfmeterschießen
Nachdem es in der ersten Hälfte der Verlängerung keine nennenswerten Aktionen mehr gegeben hatte, war es abermals Abbondanzieri, der in der 106. Minute gegen Shevchenko die Oberhand behielt, nachdem dieser einen Pass von Pirlo mit der Brust gestoppt und umgehend abgezogen hatte. Dem eingewechselten Filippo Inzaghi wurde ein Treffer wegen einer Abseitsstellung nicht zuerkannt, ehe es dann zum schicksalhaften Elfmeterschießen kam. Anders als im Mai im Old Trafford war es diesmal nicht Milans Tag.
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