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Hrubesch krönt deutschen Erfolg

Donnerstag, 17. April 2008
Das siegreiche deutsche Team der UEFA-Europameisterschaft 1980Das siegreiche deutsche Team der UEFA-Europameisterschaft 1980 (©Getty Images)Fotos/WallpapersFotos/Wallpapers »

Beflügelt vom Erfolg der UEFA-Europameisterschaft 1976 verdoppelte die UEFA die Anzahl der Teilnehmer, als das Turnier zum zweiten Mal nach Italien kam.

Rossi fehlt
Das Gastgeberland musste sich nicht qualifizieren. An die Stelle der beiden Halbfinalspiele trat nun die Aufteilung in zwei Gruppen. Die beiden Gruppensieger bestritten das Finale. Ohne den suspendierten Stürmer Paolo Rossi sah sich das Team von Trainer Enzo Bearzot einer schweren Aufgabe ausgesetzt gegen England, Belgien und Spanien.

Durchbruch Belgiens
Von Spanien wurde nicht viel erwartet, doch England war durch die Qualifikation gestürmt und besaß in Kevin Keegan, Europas Fußballer der Jahre 1978 und 1979, einen Stürmer von Weltklasseformat. Doch der Spieler vom Hamburger SV traf nicht ins Schwarze, nachdem 1:1 gegen Belgien zum Auftakt, gab es eine 0:1-Niederlage gegen Italien. Die Squadra Azzurra war mit einem torlosen Remis gegen Spanien ins Turnier gestartet und auch gegen Belgien reichte es nicht zu einem Sieg, so dass die Westeuropäer unter dem exzellenten Trainer Guy Thys ihr erstes großes Finale erreichten.

Schusters Klasse
Deutschland war mit einer verjüngten Mannschaft nach Italien gereist, die von Karl-Heinz Rummenigge und dem 20-jährigen Bernd Schuster angetrieben wurde. Ein Spielmacher vom Schlage Günter Netzers, suchte Schuster im Weltfußball zu dieser Zeit seinesgleichen. "Ich denke, ich habe niemals einen so perfekten Spieler gesehen", so Teamkollege Horst Hrubesch. "Bernd war der herausragende Spieler im Team, der alles zusammengehalten hat."

Niederlage der Niederländer
Die Deutschen begannen das Turnier mit einer Revanche gegen die Tschechoslowakei, gegen die man das Finale der EM 1976 verloren hatte. Ein 3:2-Erfolg gegen die Niederlande sicherte dem Team einen Platz im Finale. Zwei späte Tore der Niederländer hätten das deutsche Team fast noch einmal in Gefahr gebracht, nachdem Klaus Allofs mit einem Hattrick die Weichen für den Sieg gestellt hatte. Jupp Derwalls Team beschloss die Gruppenphase mit einem 0:0 gegen Griechenland.

Tschechen auf Platz 3
Da das neue Turnierformat keine Halbfinalspiele vorsah, ging es zwischen Italien und den Tschechen um den dritten Platz. Nach einem enttäuschenden 1:1 setzten sich die Tschechen schließlich einmal mehr im Elfmeterschießen durch. Es war das letzte Mal, dass ein Spiel um Platz 3 ausgetragen wurde.

Held Hrubesch
Glücklicherweise bescherte das Finale mehr Unterhaltung, obwohl die Deutschen durch Hrubesch bereits nach zehn Minuten in Führung gingen. Die Belgier erhöhten in der zweiten Halbzeit den Druck und wurden mit einem Elfmeter belohnt, den René Vandereycken verwertete. Doch wie schon 1976 traf Deutschland wieder spät, Hrubesch sorgte mit seinem zweiten Tor für den Siegtreffer. Dabei war der hoch gewachsene Spieler nur ins Team gerutscht, weil sich Klaus Fischer das Bein gebrochen hatte. Doch sein Kopfballtreffer nach Ecke von Rummenigge machte ihn zum Helden. 

Favoriten
Italiens junge Elf hatte sich 1978 im Finale der Weltmeisterschaft glänzend bewährt, konnte aber wegen der Abwesenheit von Paolo Rossi kaum Tore erzielen. Die Bundesrepublik Deutschland trat mit einer neu formierten Elf an, die von zwei hervorragenden jungen Spielern angeführt wurde: Dem 20-jährigen Bernd Schuster, einem Spielmacher nach Art eines Günter Netzer, sowie Karl-Heinz Rummenigge im Mittelfeld.

Außenseiter
Griechenland hatte Überraschungssiege über Ungarn und die UdSSR erspielt, und auch Belgien stellte eine äußerst starke Mannschaft mit einem ebensolchen Trainer: Den für die Qualifikation erforderlichen Sieg in Glasgow sicherte sich die Mannschaft stilvoll durch drei Tore des leistungsstarken Erwin Vandenbergh und des nicht zu stoppenden François Van der Elst. Von der spanischen Mannschaft, dem im Umbau begriffenen Niederländern und dem Titelverteidiger Tschechoslowakei wurde nicht allzu viel erwartet.

England hofft
England hatte sich in seiner Qualifikationsgruppe gegen leichte Gegner mit sieben Siegen und einem Unentschieden profiliert und 22 Tore erzielt. Sieben davon gingen auf das Konto von Kevin Keegan, der 1978 und 1979 zum europäischen Fußballer des Jahres gewählt worden war. Mit einem glänzenden 2:0-Auswärtssieg über Spanien und einem 3:1 gegen Weltmeister Argentinien in Wembley wurde die Erfolgsserie fortgesetzt. Dann fiel jedoch Trevor Francis, der zusammen mit Tony Woodcock ein torgefährliches Gespann bildete, wegen einer Achillessehnenverletzung aus. Keegan blieb jedoch unbekümmert: „Wir werden dort draußen keinen unüberwindlichen Riesen begegnen".

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Saison 1978 - 1980

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