Video auf uefa.com

Deutschland setzt Zeichen

Donnerstag, 17. April 2008
Deutschlands Kapitän Franz Beckenbauer nimmt die Trophäe entgegenDeutschlands Kapitän Franz Beckenbauer nimmt die Trophäe entgegen (©Getty Images)Fotos/WallpapersFotos/Wallpapers »

Italien, Europameister von 1968, wurde beim FIFA-Weltpokal 1970 Vizeweltmeister, aber 1972 gingen sie als Titelverteidiger nicht unbedingt favorisiert ins Turnier. Dagegen schickte Deutschlands Trainer Helmut Schön ein Team in den Wettbewerb, dass viele immer noch für die beste deutsche Nationalmannschaft aller Zeiten halten.

Begeisternder Kader
Schön konnte auf die besten Spieler der Bundesliga-Spitzenteams FC Bayern München und VfL Borussia Mönchengladbach zurückgreifen, wie Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Uli Hoeneß oder Günter Netzer, der dem Team Flair, eine gewisse Arroganz und blonde Locken brachte.

Magischer Müller
Der "Bomber" Gerd Müller war auf dem Höhepunkt seiner Karriere, in der Qualifikation erzielte er sechs Treffer, die Deutschland ins Viertelfinale beförderten. Dort bekamen sie es mit dem alten Rivalen England zu tun, wo man im Wembley-Stadion einen legendären 3:1-Auswärtssieg feierte. Müller erzielte dabei einen Treffer, ein 0:0 im Rückspiel ließ Deutschland ins Finale einziehen.

Nebenrolle
Die anderen Halbfinalisten schienen nicht mehr als eine Nebenrolle zu spielen, auch wenn die Sowjetunion durch einen Sieg über Jugoslawien es zum vierten Mal in Folge weit brachte. Gastgeber Belgien verlor Mittelfeldlenker Wilfried Van Moer durch einen Beinbruch, als sie sich gegen Titelverteidiger Italien durchsetzten. Ungarn benötigte ein Play-off, um sich gegen Rumänien zu behaupten.

Belgien wird Dritter
Der Heimvorteil, den Spanien und Italien bei den beiden Turnieren zuvor ausnutzen konnte, half Belgien nicht. Zwei Tore von Müller bescherten den Deutschen in Antwerpen einen 2:1-Sieg. Es sollte also an den Sowjets liegen, die Deutschen im Endspiel zu stoppen. Dank Anatoli Konkovs Treffer gegen Ungarn in Brüssel stießen die Russen ins Finale vor. Belgien holte sich mit einem 2:1 gegen Ungarn den dritten Platz.

Klarer Erfolg
Das Finale war dann eine einseitige Angelegenheit. Angetrieben von Beckenbauer und Netzer traf Müller erneut zweimal, Herbert Wimmer erzielte den anderen Treffer beim sicheren 3:0-Sieg, bis heute der größte Abstand, mit dem je ein Team ein EM-Finale gewann. "Alles hat geklappt", erinnert sich Müller. "Wir harmonierten gut und jeder verstand den anderen sehr gut, auch auf dem Platz. Mehr kann man nicht verlangen." Der Grundstein für Deutschlands WM-Titel zwei Jahre später war gelegt.

©uefa.com 1998-2009. Alle Rechte vorbehalten.

Saison 1970 - 1972

Frühere Turniere