Italien leistet ganze Arbeit
Donnerstag, 17. April 2008Im Jahr 1968 lag Veränderung in der Luft, und das betraf sowohl das Turnier wie auch sein Gastgeberland. Beim FIFA-Weltpokal 1966 arg gebeutelt, erholte sich Italien und wurde der erste Gewinner der neuen UEFA-Europameisterschaft.
Deutsches Debüt
Zeitgleich mit der Namensänderung des Wettbewerbs wurde ein neuer Modus eingeführt. Das bisherige K.-o.-System wurde durch Qualifikationsgruppen ersetzt, die seitdem unverändert beibehalten wurden. Nur Malta und Island blieben dem Turnier fern, Deutschland mit einem gewissen Gerd Müller in seinen Reihen feierte sein EM-Debüt. Doch die Deutschen blieben in ihrer Gruppe hinter Jugoslawien, das ins Viertelfinale einzog.
England energisch
In einer der Gruppen trafen zwei britische Mannschaften aufeinander. Dabei setzte sich England, mittlerweile Weltmeister, trotz einer unvergessenen 2:3-Niederlage gegen Schottland im Wembley-Stadion durch. Im Rückspiel, vor 130.711 Zuschauern im Hampden Park, der größten Kulisse in der Geschichte der Fußball-Europameisterschaft, gab es ein 1:1-Unentschieden.
Topform
Portugal mit Eusébio wurde Zweiter hinter Bulgarien, die talentierten Belgier wurden ebenfalls Zweiter hinter Frankreich. Titelverteidiger Spanien musste im Viertelfinale gegen England ran, Alf Ramseys Team gewann 1:0 im Wembley-Stadion und 2:1 in Madrid. Die anderen Halbfinalisten waren die Finalisten von 1960, Sowjetunion und Jugoslawen sowie die Italiener, die sich vom Trauma der Niederlage gegen Nordkorea bei der letzten WM erholt hatten und bei ihren Fans um Wiedergutmachung bemüht waren, nicht zuletzt weil sie den Heimvorteil genossen.
Münzwurf
Italiens Halbfinale gegen die Sowjetunion endete nach 120 Minuten torlos und so musste eine Münze entscheiden, dass Italien es im Finale in Rom mit Jugoslawien zu tun bekommen würde. Diese hatten durch ein Tor von Dragan Dzajic gegen zehn Engländer mit 1:0 gewonnen. Alan Mullery war vom Platz gestellt worden und musste beim Spiel um Platz 3 zu sehen, wo seine Teamkollegen die Oberhand behielten.
Starkes Team
Die Italiener schienen im Finale auf der Verliererstraße, als Dzajic Jugoslawien nach 39 Minuten in Führung brachte. "Um ehrlich zu sein hatten wir den Ausgleich nicht verdient", so Italiens Torhüter Dino Zoff heute. Doch Angelo Domenghini glich zehn Minuten vor Spielende aus und erzwang ein Wiederholungsspiel zwei Tage später. Italiens Trainer Ferruccio Valcareggi brachte Sandro Mazzola und Luigi Riva, Letzterer und Pietro Anastasi schossen die Tore beim 2:0-Sieg. "Wir haben definitiv verdient, dieses Spiel zu gewinnen", so Zoff. "Die Erinnerung daran ist immer noch frisch."
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