Spanien nutzt Heimvorteil
Donnerstag, 17. April 2008
Spanien feiert seinen Erfolg bei der UEFA-Europameisterschaft 1964 (©Getty Images)Beim Europa-Nationenpokal 1964 schlug Spaniens große Stunde. Mit dem Heimvorteil im Rücken und einem funktionierenden Teamwork holte sich das Team 1964 die bisher einzige große Trophäe bei dem wachsenden Turnier.
Steigende Beteiligung
Das Turnierformat blieb dasselbe, mit einer Qualifkation, der eine Endrunde mit vier Teams folgte. Das Interesse wuchs dank der erfolgreichen Erstausgabe vier Jahre zuvor, diesmal meldete 29 statt 17 Teams ihre Teilnahme an, darunter auch Italien und England. England musste sich bei Trainer Alf Ramseys erstem Einsatz in einem Wettbewerb gegen Frankreich mit einem Gesamtergebnis von 3:6 geschlagen geben. Griechenland weigerte sich, gegen Albanien zu spielen, da man sich mit dem Land im Krieg befand. Albanien kam somit kampflos weiter.
Dänen souverän
Doch man konnte die Gelegenheit nicht nutzen und musste sich Dänemark mit einem Gesamtergebnis von 1:4 geschlagen geben. Die Dänen erreichten das Halbfinale durch einen Sieg im Play-off gegen den überraschenden Viertelfinalisten Luxemburg (nach Verlängerung), das seinerseits die Niederlande in Rotterdam mit 2:1 besiegt hatte. Dies sollte übrigens bis 1995 Luxemburgs letzter Auswärtssieg bei einer europäischen Nationalmannschaft sein.
Spanischer Wille
Auch Ungarn stieß ins Halbfinale vor, wo sich Spanien und Titelverteidiger UdSSR hinzugesellten. Spanien beeindruckte zuvor durch zwei Siege (5:1 und 2:0) gegen die Republik Irland. Spanien akzeptierte die Teilnahme der Sowjetunion nur unter der Bedingung, dass die Endrunde auf eigenem Boden ausgetragen wurde. Vier Jahre zuvor war Spanien disqualifiziert worden, das General Franco den Sowjets die Einreise verweigert hatte. Doch diesmal siegte der Fußball über politische Unstimmigkeiten.
Sowjetischer Sieg
Die Sowjetunion war hungrig, den Titel zu verteidigen und besiegte Dänemark in Barcelona 3:0. Im anderen Halbfinale benötigte Spanien die Verlängerung, um Ungarn dank eines Treffers von Stürmer Amancio von Real Madrid CF mit 2:1 niederzuringen. Dementsprechend selbstbewusst ging das Team in das Endspiel.
Teamgeist
Bereits nach sechs Minuten ging man im Santiago-Bernabéu-Stadion durch Jesús Pereda in Führung. Galimzian Khusainov gelang für die Sowjets der Ausgleich, aber sechs Minuten vor Schluss gelang Marcellino mit einem Kopfball der denkwürdige Siegtreffer für Spanien. Mittelfeldspieler Luis Suárez, der in die junge spanische Mannschaft Erfahrung einbrachte, meinte: "Andere spanische Nationalmannschaften, für die ich gespielt habe, waren besser, als die 1964, aber wir haben nie etwas erreicht. Diese Elf war mehr ein Team als eine Auswahl von Topspielern."
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