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1998/99: Nedvěds Schuss in die Geschichtsbücher

Dienstag, 1. Juni 1999
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Durch ein spätes Tor von Pavel Nedvěd sicherte sich S.S. Lazio gegen RCD Mallorca im letzten Endspiel des Pokals der Pokalsieger den ersten Europapokal-Triumph seiner VereinsgeschichteDurch ein spätes Tor von Pavel Nedvěd sicherte sich S.S. Lazio gegen RCD Mallorca im letzten Endspiel des Pokals der Pokalsieger den ersten Europapokal-Triumph seiner Vereinsgeschichte (©Getty Images)

RCD Mallorca - S.S. Lazio 1:2

Durch ein spätes Tor von Pavel Nedvěd sicherte sich S.S. Lazio gegen RCD Mallorca den ersten Europapokal-Triumph seiner Vereinsgeschichte. Im letzten Endspiel des Pokals der Pokalsieger im Villa Park von Birmingham traf der tschechische Mittelfeldspieler neun Minuten vor dem Ende mit einem herrlichen Volleyschuss in den Winkel.

Nostalgischer Abschied
Das Endspiel war zugleich der nostalgische Abschied vom Pokal der Pokalsieger, nachdem die UEFA beschlossen hatte, diesen Wettbewerb, der 1960/61 aus der Taufe gehoben worden war, einzustellen. Das 39. und letzte Finale war eine wenig spektakuläre, aber hart umkämpfte Angelegenheit. Für Lazio war der Sieg die Entschädigung für die in der Vorsaison erlittene 0:3-Niederlage im UEFA-Pokal-Finale gegen den FC Internazionale Milano. Mallorca, das zu dieser Zeit in der spanischen Liga für Furore sorgte, konnte trotz der Niederlage in seinem ersten Europapokal-Endspiel den Rasen hoch erhobenen Hauptes verlassen.

Harte Arbeit
Lazio wäre schon um ein Haar in der ersten Runde aus dem Wettbewerb geflogen, gegen den Schweizer Klub Lausanne-Sports setzten sich die Römer nach einem 2:2 im Rückspiel in Lausanne nur dank der Auswärtstorregel durch. Auch in der zweiten Runde wartete mit FK Partizan eine harte Nuss auf die Italiener. Nach einem 0:0 in Belgrad gewann Lazio das Rückspiel in Rom nach 90 spektakulären Minuten mit 3:2. Weniger spannend wurde es dann im Viertelfinale gegen Panionios NFC, nach den beiden Spielen gegen die Griechen hatte Lazio mit insgesamt 7:0 die Nase vorn. Im Halbfinale benötigten die Römer dann wieder den Beistand von Glücksgöttin Fortuna, nach einem 1:1 beim FC Lokomotiv Moskva reichte im Rückspiel ein hart umkämpftes 0:0 zum Finaleinzug.

Chelsea eliminiert
Mallorca setzte sich in der ersten Runde gegen das schottische Team von Heart of Midlothian FC mit insgesamt 2:1 durch, dann wurde es gegen KRC Genk richtig spannend. Nach einem 1:1 in Belgien genügte den Spaniern zuhause ein 0:0 zum Erreichen des Viertelfinals. Bei NK Varteks in Kroatien hieß es nach 90 Minuten erneut 0:0, im Rückspiel machte Mallorca mit 3:1 dann alles klar. Im Halbfinale wartete mit Chelsea FC ein prominenter Name, doch auch hier erkämpfte sich Mallorca an der Stamford Bridge ein wertvolles 1:1-Unentschieden. Im Rückspiel reichte den Inselkickern dann ein Treffer zum Einzug ins Endspiel gegen Lazio.

Führung durch Vieri
Das Finale begann furios. Torjäger Christian Vieri, der selber in Spanien für Club Atlético de Madrid gespielt hatte, brachte Lazio nach sieben Minuten auf Flanke von Giuseppe Pancaro mit einem Kopfball-Heber in Führung. Mallorcas Torhüter Carlos Ángel Roa konnte da nur staunend zusehen. Doch Mallorca kämpfte sich ins Spiel zurück und glich schon vier Minuten später aus. Jovan Stankovic flankte von der linken Seite auf den ungedeckten Dani, der den Ball an Lazio-Torhüter Luca Marchegiani vorbei ins Netz bugsierte. Danach wurden die Spanier stärker und hatten die besseren Möglichkeiten, zumal Lazio nach einer Kopfverletzung von Vieri, der nach einem Zusammenprall mit Torhüter Roa behandelt werden musste, lange nur zu zehnt spielte. Beide Klubs hatten noch ihre Chancen, doch es dauerte bis zur 81. Minute, ehe ein Geniestreich von Nedvěd diese Partie entschied.

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