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1997/98: Zola schießt Chelsea zum Sieg

Montag, 1. Juni 1998
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Chelsea FC gewann gegen den VfB Stuttgart zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den Pokal der Pokalsieger.Chelsea FC gewann gegen den VfB Stuttgart zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den Pokal der Pokalsieger. (©Getty Images)

Chelsea FC - VfB Stuttgart
Pokal der Pokalsieger, Finale • 13. Mai 1998
Råsundastadion, Solna

27 Jahre, nachdem sich Chelsea FC in Athen gegen Real Madrid durchgesetzt hatte, gewann die Mannschaft aus London zum zweiten Mal diese Trophäe. Im Spiel in Stockholm reichte hierzu ein einziger Treffer.

Cold as Ice
Auf dem Weg Richtung Finale war die Mannschaft von Gianluca Vialli, der das Zepter als Spieler-Trainer übernommen hatte, in heißen und kalten Gefilden zu Gast. Aber nirgends war es kälter als in der norwegischen Stadt Tromso, die in der Nähe des Nordpolarkreises liegt. Dort musste Chelsea, das das Spiel ursprünglich verlegen wollte, eine 2:3-Niederlage hinnehmen, ehe es im Rückspiel einen 7:1-Sieg gab. Zwei frühe Tore von Tore André Flo waren es, die im Viertelfinale in Sevilla gegen Real Betis Balompié den Grundstein für das Weiterkommen legten. Chelsea hatte schliesslich in Italien mit 1:0 gewonnen, aber im Rückspiel in England erzielte Vicenza Calcio das 1:0 für die Gäste. Doch Gustavo Poyet, Gianfranco Zola und Mark Hughes sorgten am Ende für einen 3:2-Gesamtsieg. Der VfB Stuttgart indes legte all seine Hoffnungen in die Künste der Mittelfeldspieler Krassimir Balakov und Murat Yakin sowie von Stürmer Fredi Bobic; insgesamt aber erlebten die Schwaben eine unbeständige, wenn auch am Ende recht erfolgreiche Europapokalsaison.

Zola sorgt für die Entscheidung
In einer umkämpften ersten Halbzeit hatte der VfB gute Chancen, doch als Chelsea im zweiten Abschnitt die Kontrolle über die Partie übernahm, fiel das Goldene Tor. Zola, der nach einer Verletzung wieder zur Mannschaft gestoßen war, saß zunächst auf der Bank. Aber in der 69. Minute wechselte Vialli ihn ein, und bereits nach 20 Sekunden kam er an einen Pass von Dennis Wise heran, den er mit einem unhaltbaren Volleyschuss im Gehäuse von Torhüter Franz Wohlfahrt unterbrachte. Es war der erste Europapokalgewinn seit 1971 für Chelsea. Von Beginn an hatte es den Anschein, dass eine einzige brillante Situation diese Partie entscheiden könnte. Chelsea übernahm zunächst die Initiative, bauten sie doch darauf, aus der Unsicherheit, die sie in der Abwehr von Stuttgart vermuteten, Profit schlagen zu können. Der VfB musste immerhin auf die gesperrten Frank Verlaat und Martin Spanring verzichten. Nach einer schönen Ballstafette in der fünften Minute war es Roberto Di Matteo, der aus aussichtsreicher Position neben das Gehäuse schoss. Beide Mannschaften hatten mit ansehnlichem Angriffsfußball aber anfälligen Abwehrreihen dieses Endspiel erreicht. Die Verteidigung von Chelsea wurde erstmals in der 12. und 14. Minute geprüft, als Fredi Bobic sein Glück versuchte, und in der 19. Minute war es Krassimir Balakov, der frei vor Ed De Goey stand, von diesem aber entzaubert wurde. Auch Chelsea erarbeitete sich vor der Halbzeitpause einige Möglichkeiten, dabei fand Gustavo Poyet in Wohlfahrt seinen Meister, und Dennis Wise setzte einen Volleyschuss neben den Kasten. Im zweiten Abschnitt wäre das Tor für die Londoner beinahe gefallen, als abermals Wise scheiterte - diesmal streifte der Ball den Pfosten. Nach knapp einer Stunde war Wohlfahrt - er immer öfter ins Geschehen eingreifen musste - bei einer Chance von Außenverteidiger Danny Granville abermals zur Stelle.

Entscheidender Wechsel
Die Entscheidung läutete Chelsea Co-Trainer Graham Rix ein, der nach 70 Minuten Zola brachte; dieser war wegen einer Leistenverletzung zunächst draußen gelassen worden, aber gleich nach seiner Einwechslung war er zur Stelle. Er erlief einen tödlichen Pass von Dennis Wise und donnerte einen spektakulären Schuss ins obere Eck. Chelsea musste noch einmal zittern, als in der 84. Minute Dan Petrescu vom Platz musste, aber Stuttgart konnte aus der zahlenmäßigen Überlegenheit kein Kapital schlagen, zumal Gerhard Poschner in der Nachspielzeit ebenfalls des Feldes verwiesen wurde. Vialli, der als Spieler 1990 den Europapokal gewonnen hatte, war nun auch als Trainer erfolgreich - drei Monate, nachdem er diesen Job übernommen hatte.

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